Storytelling und Politik

Storytelling und Politik

Vom 17. bis 19. März werde ich auf Einladung der Evangelischen Akademie Tutzing an der Tagung „Politisches Design – Demokratie gestalten“ teilnehmen und einen Vortrag halten über „Politik anders sprechen – Sprachdesign und Storytelling in der politischen Kommunikation“.

Referieren wird auch Friedrich von Borries, dessen Buch „Weltentwerfen. Eine politische Designtheorie“ ich sehr schätze.

Hier der Einladungstext der Akademie:

GESTALTUNG IST HALTUNG.

Helmut Schmid, Grafiker

Demokratie ist eine Staatsform, die besagt: die Macht geht vom Volk aus. Gleichzeitig ist Demokratie auch Teil einer Werteordnung, in der Rechts- staatlichkeit, Minderheitenschutz und Menschenrechte untrennbar zusammen gehören. Und: Die Demokratie ist ein Gestaltungsverfahren, das durch Wahlen Regierungen legitimiert und die Grundlagen für die Gesetzgebung und das Zusammenleben unserer Gesellscha scha .

Jüngste Ereignisse zeigen: Die Dominanz der Medien und Lobbyismus zerstören das Vertrauen in demokratische Strukturen, stärken den Populismus und mindern das Interesse an Wahlen – vor allem unter den Jüngeren. Haben nicht sowieso längst globalisierte Wirtscha sunterneh- men die Macht übernommen? Die ökonomische Logik behindert o das Aushandeln unterschiedlicher Interessen und wirtscha liches Effizienz- denken steht im Widerspruch zur Demokratie, die nachhaltiger arbeitet und deshalb mehr Zeit braucht. Das Ergebnis der letzten US-Wahlen, der Brexit oder auch Stuttgart 21 werfen die Frage auf, ob unsere politischen Instrumente und Strukturen noch tauglich sind und wie Demokratie als Gestaltungsprinzip bewusst und zeitgemäß gemacht werden kann.

Wie auf diese Tendenzen reagieren? Kann man Politik aktiv so gestalten, dass ihre AkteurInnen glaubha agieren können? Wie wird eine Partei- mitgliedscha und politisches Engagement wieder „sexy“? Müssen wir anders herangehen, wenn wir in Zukun für unsere Grundwerte werben? Sollten Wahlen und Bürgerbeteiligung anders gestaltet werden? Und wenn ja, wie?

In der Kultur werden Weltbilder und Lebensgefühle transportiert, Freiheitsbereiche abgegrenzt, Sozialverhalten und Grundwerte kommuni- ziert. Design als Teilbereich der Kultur spielt eine wichtige Rolle im Kommunikationsraum der Gesellscha . Denn DesignerInnen geben nicht nur wichtige Impulse für wirtscha liche Innovationen, sie gestalten nicht nur Produkte, sondern geben auch Strukturen, Kampagnen und Entscheidungsprozessen ein Gesicht.

Wir möchten in dieser Tagung diskutieren: Bietet Design auch Ansätze zur Reformierung politischer Praxis? Gibt es Gestaltungsimpulse für Bürgersinn? Kann Design Demokratie beleben?

 

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